Bereits im Altertum kannte man den Brauch des Winteraustreibens und des Sommereinholens. Seit 1897 gibt es den Festumzug, der jedes Jahr den Höhepunkt des Sommergewinns darstellt.

Am Sonntag Lätare...

Der Brauch des Sommergewinnens stammt aus einer Zeit, zu der man nur zwei Jahreszeiten, nämlich Sommer und Winter unterschied.

Kaiser Otto der Große soll im Jahre 965 den Befehl gegeben haben, in seinen Ländern vorhandene Götzenbilder zu vernichten. Dies geschah an Lätare (drei Wochen vor Ostern). Diese merkwürdige Begebenheit, Götzenbilder von hässlicher Gestalt unter Gesängen aus den Städten hinauszutragen und ins Wasser zu werfen, wurde von jungen Leuten jährlich zelebriert. Tannenbäume oder Zweige von Tannen wurden mit Verzierungen versehen und sorgsam zu Hause aufbewahrt. Auch die Bewohner vor dem Georgentor, pflegten diesen Brauch am Sonntag Lätare, da dies für sie ein sehr festlicher Feiertag war.

Im Jahre 1286 soll am Sonntag Lätare eine Prozession mit Gesängen und Voraustragen eines Strohmannes am Katharinenkloster vorbeigezogen sein. Diese Prozession kehrte nach einem Umzug über Felder, bei dem ein fruchtbarer Sommer erbeten wurde schließlich singend und ohne Strohmann zurück. Diesen hatte man im Wasser ertränkt.

Zeitgenössisches Ansicht des Festplatzes in der Weststadt um 1865

Seit 1897 gibt es den Festumzug, der jedes Jahr den Höhepunkt des Sommergewinns darstellt.

An dessen Ende liefern sich Frau Sunna und Herr Winter ein Streitgespräch auf dem Eisenacher Marktplatz. Dabei unterliegt der Winter und wird symbolisch als Strohpuppe verbrannt.

Ein Bericht aus dem Jahre 1704 vom Eisenacher Gymnasiallehrer Johann Michael Koch: “Unter den Eisenachischen Gebräuchen, so noch jährlich allda gehalten werden, ist auch das sogenannte und bekannte Sommergewinnen auf Lätare in der Fasten, da viele Kinder nach der Amts- oder Hauptpredigt, auch nach denen Mittagspredigten vor das Georgentor gehen, die ausgehenckte und in einer frischen Tanne oder Fichten sitzende Sommerdocken sahen und sich einen sogenannten Sommer (nemlich Brezeln, Gipstäflein mit biblischen Bildern, Bänder, an die Tannen oder Fichten Reißer gehängt sind), kauffen und in die Stadt oder, wo sie wohnen, hintragen.“

Auf einen Blick

  • Festumzug seit 1897
  • Sonntag Lätare
  • Strohmann
  • Katharinenkloster
  • Georgentor

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